Die ELAN-Montagsfrage: „Du, Chefin ..“

Liebe Netzwerkerinnen,

machen Sie mit bei unserer aktuellen Montagsfrage:

Wie halten Sie es mit dem „Du“ und dem „Sie“ im Büro?

Wollen Sie als Chefin lieber „gesiezt“ werden oder bevorzugen Sie ein partnerschaftliches „Du“?

Im März dieses Jahres hat der Vorstand der Otto Group seinen  53.000 Beschäftigten das Du angeboten. Die Vorstandsetage des Handelskonzerns will ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter damit stärker einbinden. Es soll aber keinen Duz-Zwang geben.

In der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) mit 375.000 Beschäftigten begrüsst man es, wenn sich alle vom Chef bis zur Kassiererin duzen.

Und bei Ihnen? Wir freuen uns auf Ihre Meinung!

… gern auch von Nichtmitgliedern. Ihr Kommentar ist nach Freischaltung auf der Website zu sehen.

 

 

 

10 Gedanken zu “Die ELAN-Montagsfrage: „Du, Chefin ..“

  1. In meinem Geschäft ist das SIE angebracht. Die Kunden werden immer zunächst mit SIE angesprochen. Meine Mitarbeiter spreche ich ebenfalls mit SIE an, obwohl wir ansonsten einen herzlichen und manchmal auch privaten Umgang haben. Auch ein SIE lässt Raum für Spaß am Arbeitsplatz.
    Ich denke es ist schon ein Ausdruck von Vertrauen, wenn ich jemanden mit DU anspreche, oder von ihm mit DU angesprochen werden möchte.
    Ich war 25 Jahre in der Erwachsenenbildung als Dozentin tätig. Dort war ein SIE unumgänglich. Es gab den gewissen Abstand und Respekt, den man in diesem Bereich manchmal braucht.

  2. Ich bevorzuge im Umgang mit Klienten das „Sie“. Ich erachte das „Sie “ als gute Grundlage meiner Beratung. Ich empfinde, ein „Sie“ erzeugt mehr Achtung, mehr Verantwortung- und das auf beiden Seiten.
    Viele meiner Kunden betreue ich langjährig, das führt manchmal zum Du. In diesen Fällen ist die Zusammenarbeit so vertrauensvoll, dass ein „Du “ den Umgang miteinander nicht verändert.
    Im Kollegenkreis sind wir ein Team und bevorzugen das „Du“.

  3. Ich bin mit meinen Mitarbeitern per Sie; von mir und fast allen Mitarbeitern ist kein Du gewünscht. Ich finde, dass beim Sie mehr Respekt gegenüber der anderen Person ist. Mit meinen Mandanten ist es unterschiedlich. Hier bin ich auch mit vielen per Sie. Wir habe trotzdem teilweise ein herzliches Verhältnis.

  4. Ich bevorzuge anfangs auch das SIE. Bei meiner therapeutischen Arbeit ist aber eine gewisse Nähe manchmal angebracht und ich habe das für mich so gelöst, dass ich während der Behandlungen um Erlaubnis bitte, den Vornamen und das SIE zu benutzen. Nach der Behandlung wird das wieder förmlich.
    Aber in den Bereichen, die ich als Freizeit empfinde, z.B. die ehrenamtliche Arbeit bei ELAN, da bevorzuge ich das DU, sofern ich mich in der Umgebung wohlfühle.
    Und ich frage dann auch nach – ungeachtet des Ranges der Person, die mir gegenüber steht. Ich kann ein NEIN genauso gut akzeptieren wie ein JA, damit habe ich kein Problem 🙂

  5. Brauchen wir das Sie, um höflich und respektvoll miteinander umzugehen? Als Rhetorikerin und Knigge-Trainerin erlebe ich es immer wieder, dass es Menschen leichter fällt, die Umgangsformen zu wahren, wenn sie sich siezen. Andererseit ist gerade bei jüngeren Menschen damit oft eine steife, überformelle Ausdrucksweise verbunden – dagegen hilft vor allem ein regelmäßiges Training.

  6. Als Trainerin werde ich des Öfteren mit der DU / SIE Problematik konfrontiert. In Kursen mit allgemeinen Fachthemen (Marketing, Projektmanagement) belasse ich es meistens beim Sie. Jedoch bei Kommunikations- und Führungsthemen benutze ich die DU-Kultur, da diese deutlich mehr persönliches Erleben sicherstellt. Selbstverständlich gibt es Personen, die das nicht möchten und dann ist das auch ok für mich .Kommen Teilnehmer in den Kurs, die sich im normalen Arbeitsleben Siezen, dann beschränken wir das DU auf die Kurszeit – auch das funktioniert!
    Im Coaching erlebe ich immer wieder neue Führungskräfte, die sich wünschen, Ihre Ex-Kollegen jetzt zu Siezen, um mehr Distanz zu schaffen.
    Ich persönlich bin nicht der Meinung, dass man durch persönliche Distanz besser führen kann. Wichtig ist meiner Meinung nach eine Gleichbehandlung und da haben Unternehmen es mit einer Du-Kultur im gesamten Unternehmen leichter.

    Ein offenes Interesse an den Mitarbeitern setzte ich bei allen Führungskräften voraus. Denn wie will ich eine Person weder über- noch unterfordern, wenn ich keinen persönlichen Kontakt mit ihr pflege.
    Ich bin gespannt, auf Ihre / Eure Erfahrungen mit dem Thema ;-))

  7. Nachdem ich viele Jahre Angestellte im elterlichen Betrieb war, bin ich mit allen „alten“ Mitarbeitern per Du. Das habe ich auch so belassen, als ich Chefin wurde. Seitdem Sieze ich mich jedoch mit allen neuen Mitarbeitern. Ich habe auch nicht vor, bei diesen das Du anzubieten. Am Liebsten wäre ich mit allen per Sie, was ich allerdings im Nachhinein bei den bisherigen Mitarbeitern komisch fände.

  8. Ich führe gemeinsam mit meinem Mann unsere Firma seit 1997. Wir sind ein kleineres spezialisiertes Unternehmen mit 7-8 Mitarbeitern und haben so gut wie keine Fluktation. Wir sind also seit Jahren doch ein recht stabiles Team. Bis heute haben wir uns ein förmliches „Sie“ bewahrt. Unser Umgangston und das Miteinander sind von Achtung und Freundlichkeit geprägt, gibt aber auch trotz des „förmlichen Sie“ Raum für Spaß und lustige Sachen. Der Kunde steht bei uns im Mittelpunkt und deshalb war es immer unser Anliegen z.B. in Planungen oder Absprachen mit Kunden eine gemeinsame Ebene zu wahren – und so „siezen“ sich alle – Kunde, Mitarbeiter und Chef/in. Da sich aber in den letzten Jahren am Markt viel bewegt hat, werden auch wir damit konfrontiert z.B. in Industriebetrieben zu „duzen“, weil das dort so üblich ist. Wir stehen nun auch an einer Schwelle der Entscheidung, bei dem wir genau auch diese Dinge überdenken wollen. Sicher möchte man nicht altmodisch sein, ich finde es aber wichtig genau abzuwägen, ob man auf das „Du“ übergeht , denn rück entscheiden, geht dann nicht mehr – wenn man merkt, dass es doch etwas fehl am Platz ist. Mein Gedanke ist der, dass man sich auch noch ein bisschen von anderen Firmen abhebt, die alles so machen, wie die Großen 🙂 Nichts desto trotz bin ich auf die weiteren Komentare und Erfahrungen anderer Firmen sehr gespannt!!

  9. Ich bin da sehr konservativ und bleibe zunächst beim Sie.
    Es gibt nur in den einzelnen Arbeitskreisen und Projekten engere Zusammenarbeit und da bin ich mit sehr vielen per Du.
    Bei uns, in der Stadtverwaltung, wird es von Bereich zu Bereich sehr unterschiedlich gehandhabt. Eine Vorgabe zum Duzen oder Siezen gibt es nicht.

  10. Als Teilzeit Kulturpädagogin bei Brose wurde ich gleich bei Anstellung auf das Du mit allen aus der Abteilung gesetzt. ich denke, es kommt auf das Selbstverständnis einer jeden von uns an. Ich kann mit dem DU auch genügend Distanz erzeugen, die Nähe schafft und Dinge ansprechen kann. Für einige ist das DU eine Ehre, ein Geschenk – dann ist es schön, dies anzunehmen. Für andere ist es ein Zwang, eine Qual – dann ist es gut, es dankend abzulehnen.

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